Schmuckgestaltung by Aileen Dawe

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Metallgestaltung? Machen das nicht nur Männer?


Immer wieder dieselbe Frage.
Immer wieder die gleiche Reaktion.
Und immer wieder dieselbe Antwort.

"Metallgestaltung? Machen das nicht nur Männer?"
Nein, definitiv nicht.

Kaum fällt das Wort Metall wird mein Studiengang sofort mit Männern assoziiert. Dass ein Metall aber mehr ist als nur irgendein "Blechstück", soweit wollen viele nicht mehr denken, denn es steckt viel mehr dahinter als man auf den ersten Blick sieht und glaubt. Der Studiengang Metallgestaltung ist bei uns an der Hochschule in drei verschiedene Bereiche geteilt, die man grundsätzlich schon an den Werkstätten erkennen kann. Da viele leider nicht die Chance haben, sich diese Räumlichkeiten anzuschauen, schreibe ich einen kleinen Blogpost dazu.


Die Schmiede ist wahrscheinlich der Bereich, den man sich automatisch unter dem Begriff "Metallgestaltung" vorstellt. Eine kleine, versteckte Werkstatt irgendwo im Nirgendwo - es ist dunkel, es ist dreckig und dahinten steht dieses große, runde Ding, wo man das Feuer macht. Es ist düster, es ist höhlenartig und die einzige Lichtquelle ist das Feuer. Ja, so wird dieser Ort meistens von denen umschrieben, die ihn noch nicht gesehen haben. Oder noch nicht sehen durften. Tatsächlich ist die Schmiede aber überdimensional riesig, mit Decken bis zu zehn Meter hoch, sehr groß- und vor allem weiträumig - und hell. Ja, hell! Man muss doch sehen können, woran man gerade arbeitet - nicht, dass die Finger vielleicht dazwischen landen.
Wenn viel Betrieb ist, sollte man sich allerdings nicht von der Lautstärke abschrecken lassen, denn die Schmiede ist definitiv eine der Werkstätten mit der größten Geräuschkulisse. Das große, runde Ding, wo das Feuer gemacht wird, nennt sich Esse (auf dem folgenden Bild zu sehen), an der geschmiedet werden kann. Ich habe in den ersten Semestern oft dort gearbeitet, aber eher, weil ich musste, als das ich wollte. An diesem Ort haben wir Studenten die Möglichkeit, wortwörtlich etwas Großes zu schaffen, wie Tore, Bauten oder sogar Objekte für Kirchen.


In der Silberschmiede werden hauptsächlich Gefäße sakraler oder profaner Art hergestellt. Hierbei umfassen die sakralen Arten zB. Monstranzen, Abendmahlkannen und Kelche, aber auch Altarleuchten, während man unter profan Tabletts, Kannen, Schalen, Pokale oder Besteck versteht. Bewegungs- und Verschlussmechanismen gehören auch zur Arbeit in der Silberschmiede, wo unter anderem auch Edelsteinfassungen gebaut werden. Natürlich kann man hier aber auch seine Schmuckstücke anfertigen.



Mein persönliches Herzstück aber ist die Goldschmiede, in der ich mich den Großteil meines aktuellen Studienlebens aufhalte. Wir arbeiten sowohl mit Edel- als auch mit Buntmetallen und stellen schönen, teilweise auch subtilen Schmuck her. Da der Geschmack von all' unseren kreativen Köpfen variiert, ist das Wort schön für uns relativ geworden. Wir wollen uns mit diesen Dingen schmücken, der designerische Aspekt erlaubt uns künstlerische Freiheit. Aber es muss stimmig sein. Es muss passen. Es sollte übergreifend und trennbar sein und trotzdem ein Ganzes ergeben.



Mein Schwerpunkt liegt im Schmuckbereich, weil ich es will. Weil es mich interessiert. Weil ich Freude daran habe, meinen eigenen Schmuck herstellen zu können. Ich habe natürlich auch schon Gefäße gebaut und die wurden sogar sehr gut benotet, aber ich finde mich selbst einfach nicht in diesem Bereich wieder. Vielleicht ab und an, aber nicht auf Dauer.

Ob ich mit dem, was ich tue, glücklich bin? Ja, definitiv. Ob ich Erfolg haben werde? Ganz ehrlich - ich weiß es nicht. Der Markt ist riesig und wächst ständig, aber diese Studienrichtung ist genau die, in der ich mich immer gesehen habe, auch, als ich noch nicht wusste, dass so ein Studiengang überhaupt existiert. Ich wollte immer "irgendetwas Kreatives, das ich selbst schaffen kann" machen.

Wo kann ich besser kreativ sein als im Schmuckdesign?

Einen kleinen Ausschnitt aus meiner ersten eigenen Kollektion könnt ihr euch unter "Jewelry Collection No. 1" anschauen :)

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